Relativität der Vergänglichkeit

Persönliches

Meine Sammelleidenschaft ist schon sprichwörtlich. Kein Strand ist vor mir sicher. Manchmal ist es ein glatt geschliffener Stein von Rügens Steilküste, manchmal ein Stück Treibholz von Hiddensee, hin und wieder ein Hühnergott.

Dann kommt die Suche nach Drechselholz. Es kann ein Obstbaumstamm vom Nachbarn oder eine interessante Wurzel sein, eine gestockte Walnuss oder eine frisch geschlagene Robinie.

Hin und wieder kommen noch Versteinerungen dazu - von der Ostseeküste, aus dem Rüdersdorfer Muschelkalk, aus den Endmoränen und Sandern der Uckermark und des Barnims. Und Findlinge ...

Immer öfter widme ich mich auch Altholzbalken aus dem Abriß und Wurzelholz von Eichen und Buchen oder binde Keramiken in meine Arbeiten ein.

Dann ziehe ich mich zurück, übe mich im Handwerk, fertige Stelen, Leuchten, Kerzenständer, Tisch- und Fensterschmuck, Kugeln,, Gartendekorationen, Fantasieobjekte - nichts für jeden Tag, nichts für Jedermann.

Nur selten haben die Unikate Namen, aber allgegenwärtig ist der Hauch der Vergänglichkeit von Naturwerkstoffen. Jedes Ding hat seine Zeit. Und manchmal spüre ich die Unerbittlichkeit der Zeit  in den Werkstoffen, die ich bearbeite, und in meinen Knochen.

Materialien unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Alters zusammenzubringen, übt auf mich einen besonderen Reiz aus. 

Jedes Teil entfaltet seine Wirkung erst bei der Bearbeitung durch meine Hände. Manches wird eigentlich nie ganz fertig.  Einiges wird mehrfach umgewidmet, bevor es endgültige Gestalt annimmt. 

Ich verstehe mich als vielseitig interessierten Kunsthandwerker auf der ständigen Suche nach Vervollkommnung. Dabei müssen meine Arbeiten aber nicht "vollkommen" sein - Trockenrisse, Faulstellen, Fressspuren oder Rindenreste, Kerben, Astlöcher, Wucherungen oder Verwachsungen machen sie einzigartig, unverwechselbar und ausdrucksstark.